Der gut vernetzte Apple-Insider Mark Gurman spricht in seinem aktuellen Bericht von einem größeren Macbook-Pro-Redesign, das mit dem kommenden M6-Chip zusammenfallen soll – inklusive OLED-Display, Touchscreen und der Dynamic Island.
Strategiewechsel: Kommt der Touchscreen im MacBook Pro?
Apple hatte über Jahre betont, dass Touch-Eingaben am Mac ergonomisch nicht sinnvoll seien. Stattdessen positionierte man das iPad Pro als Touch-First-Gerät und das MacBook als klassische Notebook-Plattform mit Trackpad und Maus.
Laut Gurman testet Apple nun jedoch aktiv die Touchscreen-Technologie für das MacBook Pro. Dabei geht es offenbar nicht um eine vollständige Verschmelzung von macOS und iPadOS. Vielmehr soll macOS gezielt um Touch-Interaktionen erweitert werden – etwa für Mediensteuerung, Systemfunktionen oder kontextabhängige Schnellaktionen.
Ein Tablet-Modus oder eine 360-Grad-Konstruktion werden in den Berichten nicht erwähnt. Apple scheint vielmehr an einem klassischen Notebook-Formfaktor festzuhalten – ergänzt um Touch als zusätzliche Eingabeoption.
OLED-Display: Technologische Neuerung beim MacBook Pro
Ein zentrales Element des geplanten Redesigns ist laut Bloomberg der Wechsel auf ein OLED-Display. Nachdem Apple beim iPad Pro bereits auf OLED umgestiegen ist, gilt dieser Schritt auch für das MacBook Pro als konsequent.
Die Vorteile im Überblick:
- Deutlich höherer Kontrast und echtes Schwarz
- Effizienterer Energieverbrauch bei dunklen Inhalten
- Dünnere Displayeinheit
- Potenziell höhere HDR-Spitzenhelligkeit
Gurman zufolge soll das OLED-Panel Teil einer umfassenderen Neugestaltung sein – inklusive schlankerem Gehäuse und reduzierten Displayrändern. Das MacBook Pro könnte damit nicht nur visuell moderner, sondern auch leichter und kompakter werden.
Dynamic Island
Interessant ist die von Gurman erwähnte Dynamic Island, die bereits seit längerem beim iPhone zum Einsatz kommt.
Konkrete Details nennt Bloomberg nicht, doch folgende Funktionen dürften ähnlich um iPhone übernommen werden:
- Hintergrundprozesse
- Datei-Uploads
- AirDrop-Transfers
- Mediensteuerung
- KI-basierte Hinweise durch Apple Intelligence
Im Unterschied zur aktuellen Menüleiste könnte Apple so aktive Prozesse visuell stärker in den Fokus rücken. Eine Integration von Face ID wird in diesem Zusammenhang bislang nicht bestätigt.
M6-Chip: Fundament der neuen Generation
Das neue MacBook Pro soll laut Gurman zusammen mit dem M6-Chip erscheinen. Konkrete Spezifikationen nennt Bloomberg noch nicht. Erwartet wird jedoch:
- Weiter verbesserte Neural Engine für KI-Anwendungen
- Effizientere GPU-Architektur
- Höhere Gesamtleistung bei reduziertem Energieverbrauch
Gerade im Kontext von Apple Intelligence wäre ein stärkerer Fokus auf AI-Performance logisch. Eine neue Benutzeroberfläche mit dynamischen Elementen und Touch-Unterstützung würde zusätzliche Rechenleistung sinnvoll nutzen.
Zeitrahmen: Einführung ab 2026 realistisch
Bloomberg ordnet das Redesign in einen mittelfristigen Zeitplan ein. Branchenbeobachter rechnen mit einer Markteinführung frühestens 2026. Apple soll aktuell verschiedene Prototypen testen.
Damit wäre das Touchscreen-MacBook kein kurzfristiges Experiment, sondern Teil einer langfristigen Mac-Strategie.
Einordnung: Evolution statt radikaler Bruch?
Sollten sich die Bloomberg-Informationen bestätigen, wäre das neue MacBook Pro mit Touchscreen und OLED einer der größten Entwicklungsschritte seit dem Wechsel auf Apple Silicon.
Entscheidend wird jedoch die Software-Umsetzung. Apple müsste Touch so integrieren, dass es produktive Workflows ergänzt – nicht ersetzt. Gelingt dieser Balanceakt, könnte das MacBook Pro eine neue Nutzergruppe ansprechen, ohne das iPad zu kannibalisieren.
